Kongresse

Mit der Vernunft schlafen / Dormir avec la raison (2011)

Mit der Vernunft schlafen / Dormir avec la raison (2011)
Ziel des Symposiums
Ziel des Symposiums war es, ausgehend vom Werk des 2009 verstorbenen Psychoanalytikers Michael Turnheim, die Herausforderungen, denen die Psychoanalyse in der Gegenwart ausgesetzt ist, sichtbar zu machen und zu zeigen, wie das Werk Turnheims exemplarisch auf sie reagiert. Dazu waren internationale Theoretiker und Theoretikerinnen eingeladen, Vorträge zu verschiedenen Fragestellungen des Denkens Turnheims in den Bereichen von Psychoanalyse, Philosophie, Gesellschaft und Kunst zu verfassen wie z. B. anhand folgender Punkte: die Psychoanalyse Freuds; das Verhältnis Lacan und Freud, bzw. Lacan und Derrida; die Klinik der Psychosen und des Autismus; Melancholie, Trauer und Tod; Weiblichkeit und Ideologiekritik; Psychoanalyse und Philosophie (Phänomenologie, Frankfurter Schule, Systemtheorie und Dekonstruktion); Biopolitik; Literatur, Neue Musik, Jazz; Wien etc.

Anlass
Der viel zu früh im Jahr 2009 verstorbene Michael Turnheim hinterließ ein Werk, das die Psychoanalyse in ihrer Theorie und Klinik innovativ weiterentwickelte, das die Einbeziehung von Philosophie, Gesellschaft und Kunst fruchtbar zu machen wusste und das durch Präzision und Einmaligkeit besticht. Diesen von Michael Turnheim uns hinterlassenen Reichtum gilt es in seinen verschiedenen Facetten anzunehmen, wozu das Symposium einen ersten Schritt setzen sollte.

Zu Michael Turnheim
Michael Turnheims singulärer Lebensweg, der seine Arbeiten maßgeblich bestimmte, stellt einen Sonderfall in der Geschichte der neueren Psychoanalyse dar. Denn dieser Weg sollte ihn von Wien nach Paris führen und hierdurch sowohl mit den Wissenstraditionen des deutschsprachigen als auch mit jenen des französischen Raumes in Berührung bringen. Geboren in Wien, wo er auch studierte, gehörte der junge Dozent für Psychiatrie ab den 70er-Jahren dem Kreis Jacques Lacans in Paris an. Hier begann als Psychiater tätig zu sein, dann als Psychoanalytiker, und bis zu seinem Tod fuhr er fort, diese beiden Tätigkeiten dank eines strengen institutionellen Engagements miteinander zu verbinden. Auf diese Weise konnte er nun seinerseits eine Brücke der Verständigung zwischen Paris und Wien schlagen; eine Brücke, durch die er die Traditionen Sigmund Freuds mit jener Jacques Lacans auf neue und gewinnbringende Weise zu verdichten wusste und die insgesamt die deutschsprachige und französische Kultur des Denkens aufeinander zu beziehen half; eine Brücke, die zudem nicht monolithisch entworfen war, und die kritische und anspruchsvolle Lektüren sowohl Freuds als auch Lacans wie diejenigen von Jacques Derrida einzubeziehen wusste; ein Brückenschlag schließlich, den Michael Turnheim als Autor, Herausgeber, Übersetzer und nicht zuletzt viele Jahre auch als Lehrerender in nun schon legendären Vorlesungen der Universität Wien an eine jüngere Generation zu übertragen wusste.
Turnheims Werk und Leben sind aber nicht nur eine besondere Ausformung der europäischen Geschichte der Psychoanalyse, sondern auch ein Prisma, das eine differenzierte Darstellung ihres heutigen Zustandes erlaubt. Sein Denken kreist auf den verschiedenen Ebenen seiner Reflexion um die Frage, wie wir uns heute dem vielschichtigen, faszinierenden, aber auch schwierigen, da mitunter problematischen Erbe der Psychoanalyse stellen können; was wir hierbei an wichtigen Erkenntnissen über den Menschen in Erinnerung halten sollten und was wir kritisieren, verändern und weiterentwickeln müssen. Diese Reflexion stellt sich der Psychoanalyse als Kulturwissenschaft und Klinik in ihrer Breite und sie sucht von Anfang an die Auseinandersetzung mit der Philosophie, der Politik, der Ideologiekritik sowie der Ästhetik und Kunst. Der Titel seines letzten Werkes, „Mit der Vernunft schlafen“, wie die Abhandlungen in diesem Buch können zur heute notwendigen Reflexion über den philosophischen Ort der Psychoanalyse (sowie auch über den psychoanalytischen Ort der Philosophie) wichtige Anregungen geben, geht es bei diesem Unterfangen doch um nicht weniger, als die Vernunft im Auge zu behalten und dennoch zu wagen, ein Ohr ihrem Anderen, ihrem Schlaf und seinen Ungeheuern zu verleihen, um schließlich unserer Lust an beidem gerecht werden zu können.

Neue Wege für die Psychoanalyse
1. Theorie und Klinik der Psychosen
Michael Turnheim wies sehr früh, gerade auch im deutschsprachigen Raum, auf die besondere Relevanz der Theorie Jacques Lacans für die Behandlung der Psychose hin. So stellte er 1988 die bis heute wichtige Frage, wie es möglich sein kann, „das Deuten auf eine andere Lösung auszurichten als dasjenige, was Freud den paranoischen Heilungsversuch genannt hat.“[1] Damit hat er den spezifischen Beitrag Lacans zur Theorie und Praxis der psychoanalytischen Psychosenbehandlung geltend gemacht, der dem Realen ein stärkeres Gewicht verleiht und damit über Freuds relativen Pessimismus bezüglich der Behandlung der Psychose hinausgeht. So ist es konsequent, dass Turnheims spätere Arbeiten die Möglichkeit betonen, die über die Stabilisierung der Psychose im Wahn hinaus, für die Arbeit mit Psychotikern und für diese selbst in der Entwicklung eines Sinthoms liegen. Diese Entdeckung erfasst die Chance einer neuartigen Verknüpfung der drei Register des Symbolischen, Imaginären und Realen und bietet eine sowohl theoretische als auch praktische Alternative zur Verankerung der Psyche mittels der väterlichen Metapher, deren Scheitern die psychotische Struktur ausmacht.
Wichtig erscheint auch, dass Michael Turnheim früh die Besonderheiten der Übertragung in der Psychose herausarbeitete, etwas, was in dieser Zeit nicht selbstverständlich war. So hob er hervor, dass auch die Psychotiker als sprechende Wesen „der Logik des Signifikanten gehorchen“. [2] Michael Turnheim war ein außerordentlich präziser und außerordentlich erfinderischer Freud-Leser. Es gelang ihm, kleine Wort-Differenzen mit großen Gedankenbögen zu verbinden: so beispielsweise im Artikel „Der Unglaube in der Psychose“ (in „Freud und der Rest“), wo er zeigt, dass der bis dahin überlesene oder als Fehler taxierte Freudsche Gebrauch von „unverträglich“ und „unerträglich“ der Differenz zwischen neurotischem Konflikt und psychotischem Unglauben entspricht, und somit einen wertvollen Hinweis auf Freuds Differenzialdiagnose zwischen den beiden Strukturen gibt.

2. Geschichte und Diversität der Psychoanalyse
Turnheims Beschäftigung mit der Geschichte der Psychoanalyse zeigt des Weiteren, wie eine solche Arbeit neue Fragen eröffnet, die unsere heutige Theoriebildung und Praxis vorantreiben können. Dies zeigt insbesondere sein Blick auf Personen wie Otto Gross und Herbert Silberer. Auch neueren Entwicklungen, so in der kleinianischen Theorie und Praxis, hat Michael Turnheim sich zugewandt, zum Beispiel den Arbeiten von Donald Meltzer und Francis Tustin. Damit hat er den Dialog von postkleinianischer und lacanscher Ausrichtung der Psychoanalyse wesentlich gefördert. So gelang es Michael Turnheim, zwei wichtige Pole der psychoanalytischen Theorie, die ihre geschichtlichen Konflikte bestimmen, in besonders klarer Weise hervorzuheben: einerseits die Funktion des symbolischen Anderen und andererseits die Funktion des Objekts als realem. Die Artikulation dieser Dimensionen hat er uns als Erbe der Geschichte der Psychoanalyse zu weiterer Forschung und Entwicklung hinterlassen. [3]

3. Psychoanalyse und Philosophie
Zu den Verdiensten des Erbes der Psychoanalyse gehört nicht zuletzt Michael Turnheims Grenzgänger-Blick auf das Verhältnis zwischen Psychoanalyse und Philosophie, das er für beide fruchtbar zu machen wusste. Es gelang ihm, mit Derrida die „innere Spaltung der Freudschen Geste“ (in Mit der Vernunft schlafen) – die Spaltung zwischen Empirischem und Transzendententalem, Gewalt und Gesetz – begreifbar zu machen, und damit gewisse erkenntnistheoretische Fragen und gewisse Phänomene subjektiver, sozialer und ästhetischer Art, zu erhellen. Die Derrida-Lacan-Differenzen hat er in seinem letzten Buch brillant auf den Punkt der Differenz im Verhältnis zur Aporie gebracht: Geichzeitigkeit, Aushalten der Aporie beim Philosophen Derrida versus Zweizeitigkeit und mögliche „Lösung“ beim Analytiker Lacan.

Konzept
Zur Durchführung des Symposiums wurde ein Komitee gebildet, dem Mitglieder der Familie, Freunde sowie Expertinnen und Experten aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz angehören; die Mitglieder sind namentlich: Dian Turnheim (Witwe von Michael Turnheim / Diplomatin, OECD Environment Direktorat / Paris), Marcus Coelen (Psychoanalytiker / Literaturwissenschaftler / München), Georg Gröller (Psychoanalytiker / Wien), Franz Kaltenbeck (Psychoanalytiker / Paris), Eva Laquiéze-Waniek (Philosophin / Wien), Claude Léger (Psychiater / Psychoanalytiker / Paris), Michael Meyer zum Wischen (Psychoanalytiker / Köln), Regula Schindler (Psychoanalytikerin / Zürich).

Veranstalter
Neue Wiener Gruppe / Lacan-Schule, Institut français de Vienne, Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK)

Kooperationspartner
Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse (AFP), Karlsruhe / Institut des Hautes Etudes en Psychanalyse, Paris / Institute für Romanistik und Komparatistik der L. M.-Universität München / Lacan Seminar Zürich / Klinik für Psychoanalyse und Psychotherapie der Medizinischen Universität Wien / Forschungsgruppe Psychoanalyse Stuzzicadenti, Wien / L‘En-Jeu lacanien, Toulouse / ALEPH, association psychanalytique, Paris, Lille / Psychoanalytisches Seminar Zürich (PSZ) / Savoirs et Clinique, association psychanalytique, Paris, Lille / Société Psychanalytique de Tours / Verlag Diaphanes, Berlin, Zürich / Editions du Champ lacanien, Paris / Verlag Turia + Kant, Wien

Das Symposium wurde gefördert von:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Abteilung III/2
Stadt Wien, Abteilung Wissenschaft MA7

Tagungshomepage
http://www.univie.ac.at/iwk/turnheim.html

Dokumentation/Publikation
Die Beiträge des Symposiums sollen in einer Buchpublikation nachträglich dokumentiert und publiziert werden.

[1] Michael, Turnheim: „Deutung und Psychose“, in: RISS 8/9, 1988, S. 75-84.
[2] Michael Turnheim: „Übertragung und Psychose“, in: Quarto 28/29, 1987, S. 29-30.
[3] Vgl.: Michael Turnheims: Nachwort zu Sandor Ferenczi und Otto Rank: Entwicklungsziele der Psychoanalyse, Wien, Turia + Kant 1996, S. 97-105.


Visée du symposium:
Il s’agissait d’ouvrir des accès à l’œuvre de Michael Turnheim, décédé l’année dernière, pour rendre visible sa contribution à ce qui stimule la psychanalyse au présent et pour exposer une première réception de cette œuvre. A cet effet, des théoriciens, de même que des artistes internationaux, sont invités à produire des contributions sur les différentes questions posées par sa pensée dans les domaines de la psychanalyse, la philosophie, la société et de l’art, comme par exemple : psychanalyse de Freud, relations Lacan-Freud, Lacan-Derrida, clinique des psychoses et de l’autisme, mélancolie, deuil et mort, féminité et critique de l’idéologie, psychanalyse et philosophie (phénoménologie, Ecole de Francfort, théorie des systèmes et déconstruction), bio-politique, littérature, musique moderne et jazz, Vienne, etc.

Occasion:
L’année dernière, Michael Turnheim nous a quittés, beaucoup trop tôt. Il laisse une œuvre qui a fait avancer et renouveler la psychanalyse, tant dans sa théorie que sa clinique ; une œuvre qu’il a su rendre féconde en y introduisant philosophie, société et art. Elle nous séduit par sa précision et parce qu’elle est unique. Il nous revient d’en mettre en valeur les diverses richesses. Ce symposium visait à faire un premier pas dans cette direction.

Sur Michael Turnheim:
Le destin de Michael Turnheim, en le conduisant de Vienne à Paris et en le mettant ainsi en contact, tant avec les traditions de savoir de l’aire germanophone qu’avec celles du Français, a donné la mesure de son œuvre et constitue un cas unique dans l’histoire la plus récente de la psychanalyse. Né à Vienne, où il fit ses humanités, puis, jeune enseignant en psychiatrie, il appartint à partir des années 70 au cercle des analysants de Jacques Lacan à Paris. Dès lors, il commença à y pratiquer la psychiatrie, puis la psychanalyse, ce qu’il poursuivit jusqu’à sa mort, articulant les deux pratiques, grâce à une implication institutionnelle rigoureuse. Il put ainsi, jeter un pont théorique entre Paris et Vienne. Il réussit à le mettre à profit pour resserrer les liens entre l’héritage de Freud et celui de Lacan, ce qui participa à mettre en relation cultures et pensées germanophones et françaises. Pont qui n’avait rien d’un monolithe et qui permit d’introduire des lectures exigeantes tant de Freud, que de Lacan, comme de Jacques Derrida. Michael Turnheim jeta ce pont en écrivant, en publiant, en traduisant, mais aussi en assurant, pendant de nombreuses années, lors de cours devenus déjà légendaires, à l’Université de Vienne, la transmission de son travail à une génération plus jeune.

L’œuvre et la vie de Turnheim ne sont pas seulement un « produit » spécifique de l’histoire culturelle européenne, mais aussi un prisme qui permet de rendre compte de son état actuel. La façon dont nous pouvons nous situer par rapport à l’héritage de la psychanalyse, à ses nombreuses couches, héritage fascinant, mais aussi difficile, et par moments, problématique, ce que nous devons, ce faisant, garder en mémoire de connaissances importantes sur les êtres humains, et ce que nous devons critiquer, transformer, toujours développer, c’est autour de cela que tourne la pensée de Michael Turnheim, encore et encore, aux différents niveaux de sa réflexion ; une réflexion qui embrasse la psychanalyse comme savoir, culture et clinique, et qui, d’emblée, cherche la discussion avec la philosophie, la politique et la critique de l’idéologie comme avec l’esthétique et l’art. « Mit der Vernunft schlafen » (1), « Dormir avec la raison » - tel est le titre de son dernier ouvrage – peut ici, comme épigraphe, nous en indiquer la direction. Il s’agit, dans cette entreprise, de rien moins que de garder l’œil sur la raison et cependant d’oser prêter une oreille à son Autre, à son sommeil et à ses monstres, pour, finalement, pouvoir leur rendre justice, grâce aux satisfactions que nous trouvons dans les deux cas.

Nouvelles voies pour la psychanalyse:
1. Théorie et clinique des psychoses.
Très tôt, Michael Turnheim montra, et cela justement aussi dans l’aire germanophone, l’importance particulière de la théorie de Jacques Lacan pour le traitement de la psychose. C’est ainsi qu’en 1988, il posa la question, toujours essentielle, de savoir comment il peut être possible « d’orienter l’interprétation vers une autre solution que celle que Freud a nommée la tentative de guérison paranoïaque. »(2) Il a, par là même, fait valoir l’apport spécifique de Lacan à la théorie et à la pratique du traitement psychanalytique des psychoses, qui confère au réel un poids plus important et dépasse ainsi le pessimisme relatif de Freud concernant le traitement de la psychose. D’où le fait que les travaux ultérieurs de Turnheim mettent l’accent sur la possibilité d’aller au-delà de la stabilisation de la psychose par le délire, et de permettre, dans le travail avec les psychotiques, le développement, par ceux-ci, d’un sinthome. Cette découverte offre la chance d’un nouage d’un nouveau genre entre les trois registres du symbolique, de l’imaginaire et du réel, au plan théorique et pratique, et cela même quand fait défaut l’ancrage du psychotique dans la métaphore paternelle.

Il nous apparaît aussi important que Michael Turnheim ait tôt fait ressortir les particularités du transfert dans la psychose, chose qui, à l’époque, n’allait pas de soi. Ainsi, souligna-t-il que les psychotiques, comme «parlêtres », « obéissent à la logique du signifiant ».(3)
Michael Turnheim était un lecteur de Freud d’une rare précision et d’une rare invention. Il réussit à relier de petites différences de mots à de grands arcs de pensée : par exemple, dans son article « Der Unglaube in der Psychose »(4), il montre que l’usage par Freud, jusqu’alors passé inaperçu, ou considéré comme une coquille, de « unverträglich » (incompatible ou indigeste) et de « unerträglich » (insupportable), correspond bien à la différence entre le conflit névrotique et l’incroyance psychotique, et donne une indication précieuse sur le diagnostic différentiel que Freud établit entre les deux structures.

2. Histoire et diversité de la psychanalyse.
Par la suite, ses travaux sur l’histoire de la psychanalyse, en particulier sur les figures d’Otto Gross et d’Herbert Silberer, ont chaque fois, ouvert de nouvelles questions, qui peuvent stimuler notre travail théorique et notre pratique. C’est aussi vers de nouveaux développements, tels ceux de la théorie et de la pratique kleiniennes, que s’est tourné Michael Turnheim, tout comme vers les travaux de Donald Meltzer et Francis Tustin. Il a ainsi encouragé de façon essentielle le dialogue entre les courants post-kleinien et lacanien. Michael Turnheim parvint à mettre en évidence de façon particulièrement claire, deux pôles importants de la théorie psychanalytique, qui déterminent ses conflits historiques : d’un côté, la fonction de l’Autre symbolique et de l’autre la fonction de l’objet comme réel. C’est l’articulation de ces dimensions qu’il nous a laissée comme héritage de l’histoire de la psychanalyse, pour notre recherche et nos développements ultérieurs.[5]

3. Psychanalyse et philosophie.
Parmi les mérites de cet héritage, le « regard de passeur de frontière » de Michael Turnheim sur la relation entre psychanalyse et philosophie, qu’il sût rendre fécond pour l’une comme pour l’autre, n’est pas le moindre. Il parvint, avec Derrida, à faire saisir la « scission interne du geste freudien » (in Mit der Vernunft schlafen) – la scission entre empirique et transcendantal, entre violence et loi, et ainsi à éclairer certaines questions de la théorie de la connaissance, et certains phénomènes d’ordre subjectif, social et esthétique. La différence Derrida-Lacan a été pointée par lui, brillamment, dans son dernier livre, sur leur divergence quant à l’aporie : simultanéité et maintien de l’aporie chez le philosophe Derrida, contre possible « solution » en deux temps chez l’analyste Lacan.

Direction scientifique
Un comité a été créé pour l’organisation du symposium, auquel appartiennent des membres de sa famille, des amis, de même que des experts d’Allemagne, France, Autriche, Suisse et des Etats-Unis. Les membres en sont: Dian Turnheim (la veuve de Michael Turnheim / Diplomate, Direction de l’environnement à l’OCDE / Paris), Marcus Coelen (Psychanalyste / Chercheur en sciences de la littérature / Munich), Georg Gröller (Psychanalyste / Vienne) , Franz Kaltenbeck (Psychanalyste / Paris), Eva Laquiéze-Waniek (Philosophe / Vienne), Claude Léger (Psychiatre / Psychanalyste / Paris), Michael Meyer zum Wischen (Psychanalyste / Cologne), Regula Schindler (Psychanalyste / Zurich).

Organisation
Neue Wiener Gruppe / Lacan-Schule, Institut français de Vienne, Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK)

Partenaires de coopération
Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse (AFP), Karlsruhe / Institut des Hautes Etudes en Psychanalyse, Paris / Institute für Romanistik und Komparatistik der L. M.-Universität München / Lacan Seminar Zürich / Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie der Medizinischen Universität Wien / Forschungsgruppe Psychoanalyse Stuzzicadenti, Wien / L‘En-Jeu lacanien, Toulouse / ALEPH, association psychanalytique, Paris, Lille / Psychoanalytisches Seminar Zürich (PSZ) / Savoirs et Clinique, association psychanalytique, Paris, Lille / Société Psychanalytique de Tours / Verlag Diaphanes, Berlin, Zürich / Editions du Champ lacanien, Paris / Verlag Turia + Kant, Wien

Le symposium a reçu le soutien de:
Ministère Fédéral pour la Science et la Recherche, Ville de Vienne, Section Sciences

Documentation / Publication Les contributions au symposium seront publiées ultérieurement dans un receuil.

Site internet
http://www.univie.ac.at/iwk/turnheim.html

(1) Michael Turnheim, Mit der Vernunft schlafen. Das Verhältnis Lacan-Derrida. Diaphanes, Berlin 2009.
(2) Michael Turnheim : « Deutung und Psychose », in RISS 8/9, 1988, P. 75-84.
(3) Michael Turnheim : « Transfert et psychose », in Quarto 28/29, 1987, p. 29-30.
(4) Michael Turnheim : « Der Unglaube in der Psychose » in Freud und der Rest, Turia + Kant, Vienne, 1993, « L’incroyance dans la psychose »
(5) cf. Michael Turnheim : Nachwort zu Sandor Ferenczi et Otto Rank : Entwicklung der Psychoanalyse, (Post-face à Sandor Ferenczi et Otto Rank: Développements de la psychanalyse), Turia + Kant, Vienne,1996, P. 97-105.

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(01) Die Entdeckung Derridas (La découverte de Derrida)
Vorlesung: Mit der Vernunft schlafen / Dormir avec la raison (2011)
Vortragende/r: Franz Kaltenbeck
Datum: 28.01.2011
(02) Klinik und Kritik des Singulären (Clinique et critique du singulier)
Vorlesung: Mit der Vernunft schlafen / Dormir avec la raison (2011)
Vortragende/r: Marcus Coelen
Datum: 28.01.2011
(04) Altérations: écrire avec Derrida et Lacan (Alterationen: Mit Derrida und Lacan schreiben)
Vorlesung: Mit der Vernunft schlafen / Dormir avec la raison (2011)
Vortragende/r: Stéphane Habib
Datum: 28.01.2011
(05) Vers une lisibilité de la lettre (Für eine Lesbarkeit des Buchstabens)
Vorlesung: Mit der Vernunft schlafen / Dormir avec la raison (2011)
Vortragende/r: Francis Capron
Datum: 28.01.2011
(07) Unglaube/Glaube (Incroyance/croyance)
Vorlesung: Mit der Vernunft schlafen / Dormir avec la raison (2011)
Vortragende/r: Regula Schindler
Datum: 28.01.2011
(08) Die „ursprüngliche Gewalt der Sprache“ und der „unterworfene Körper“ (La „violence originaire“ du langage et le „corps assujetti“)
Vorlesung: Mit der Vernunft schlafen / Dormir avec la raison (2011)
Vortragende/r: Michael Meyer zum Wischen
Datum: 28.01.2011
(10) Let's Jazz It! De la psychanalyse, sur fond de jazz, en passant par Adorno (Let's Jazz It! Von der Psychoanalyse, vor einem Hintergrund aus Jazz, Adorno streifend)
Vorlesung: Mit der Vernunft schlafen / Dormir avec la raison (2011)
Vortragende/r: Hubert Damisch
Datum: 28.01.2011
(11) La Befindlichkeit de Maurice Blanchot (Maurice Blanchots Befindlichkeit)
Vorlesung: Mit der Vernunft schlafen / Dormir avec la raison (2011)
Vortragende/r: Michel Bousseyroux
Datum: 28.01.2011
(14) "Krypta, Ding und Geschlecht: Von un/möglicher Trauer zur Diskurskritik". („Crypte et sexe: Du deuil im/possible à la critique du discours“.)
Vorlesung: Mit der Vernunft schlafen / Dormir avec la raison (2011)
Vortragende/r: Eva Laquièze-Waniek
Datum: 28.01.2011
(13) Einverleibtes Erbe (Héritage incorporé)
Vorlesung: Mit der Vernunft schlafen / Dormir avec la raison (2011)
Vortragende/r: Klaus Ebner
Datum: 28.01.2011

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